Exkursion zum Adaptionszentrum Fellbach

Suchthilfe als zukünftiges Arbeitsfeld?

Suchthilfe als zukünftiges Arbeitsfeld?

Im Rahmen des Seminars „Suchthilfe“ besuchten rund 15 Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit der FOM Hochschule Stuttgart am vergangenen Freitag das Adaptionszentrum in Fellbach.


(Das Gebäude der Adaption)

Die Studierenden wurden zunächst von Frau Bauch, der Dozentin des Seminars und Teil des Leitungs-Duos der Adaption begrüßt. Hierbei wurden erste Informationen rund um die Suchtbehandlung ausgetauscht und den Studierenden so einen Eindruck in das Tätigkeitsfeld einer stationären Suchthilfeeinrichtung vermittelt.
Das Adaptionszentrum Fellbach bietet für 30 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden Behandlungsplätze und ermöglicht bei einer Behandlungsdauer von 12 bis 16 Wochen eine Balance aus Selbstbestimmung und geschütztem Rahmen, in dem sie ihre Abstinenz üben und sichern können. Das interdisziplinäre Team aus ÄrztInnen, Sozialdienst, Arbeitstherapeut, Psychologin, Suchttherapeutinnen und Pflege- und Verwaltungsfachkräfte unterstützen bei der Wiedereingliederung in Arbeit, Alltag und Familie. Ziel ist es für die Rehabilitanden und Rehabilitandinnen eine eigenständige und abstinenzorientierte Lebensbewältigung wiederzuerlangen.
Den Studierenden fiel gleich zu Beginn auf, dass das Adaptionszentrum weniger idyllisch und ländlich liegt, als sie zunächst für eine Suchtklinik erwarteten. Dies unterstreicht vor allem den Schwerpunkt der Behandlung, welche nicht als Fortsetzung der vorausgegangenen Entwöhnung zu betrachten ist, sondern vielmehr den Fokus auf die Zukunftsgestaltung legt. Bei einem (dem Hygienekonzept und den Corona-Verordnungen konformen) kurzen Rundgang machten sich die Studierenden des 3. und 4. Semesters einen Eindruck der Therapieräume und RehabilitandInnenzimmer.


(Eines unserer RehabilitandInnenzimmer)

Ein Highlight an diesem Abend war sicherlich das offene Gespräch mit einem aktuellen Rehabilitanden. Dieser erhob gemeinsam mit Frau Bauch seine Suchtanamnese und stellte sich den Fragen der Gruppe. Die Studierenden haben hierbei nützliches zum Thema Gesprächsführung gelernt und erfuhren Details zur Lebens- bzw. Suchtgeschichte des Rehabilitanden.
Insgesamt haben die Studierenden die Adaption als wichtiges Angebot der Suchthilfe kennengelernt. Auch das Tätigkeitsfeld und das Profil des Sozialdienstes wurde bei diesem Besuch näher beleuchtet und vermittelte so einen gelungenen Einblick in einen der möglichen späteren Bereiche klinischer Sozialarbeit. Die Rückmeldungen zur Exkursion waren durchweg positiv - diese hätte „wieder Farbe in das von Corona geprägte Studium gebracht“.