Wie man das Lernen lernt

Interessanter Vortrag in Möckmühl

Am Donnerstag, den 01.03.2018 erhielten interessierte Eltern der fünften und sechsten Klassen am Jagsttal-Schulverbund Möckmühl die Möglichkeit, sich genau über dieses Thema zu informieren. Auf Einladung des Schulsozialarbeiters Jörg Kagerbauer referierte Andreas Schnell vom LVB, Lernen e.V. über das Dauerbrennerthema an Schulen schlechthin: Wie lerne ich richtig und nachhaltig?

In einem informativen und aktivierenden Vortrag zeigte er den zahlreichen Zuhörern, wie Lernen überhaupt funktioniert, welche unterschiedlichen Lerntypen es gibt und wie man „kommunikative Schieflagen“ beim Lernprozess zwischen Eltern, Lehrer und Schüler wieder ausgleichen kann.

Mit einem Zitat, das das Lernen mit Rudern vergleicht, machte Herr Schnell deutlich, dass Lernen ohne regelmäßige Wiederholung oder Auffrischung dazu führt, dass man in seinen Fortschritten wieder zurückgeworfen wird. Dabei sollen die erlernten Informationen vom Ultrakurzzeitgedächtnis bis ins Langzeitgedächtnis transportiert werden, wo sie dann allein durch Wiederholung wieder aktiviert und genutzt werden können. Geschieht dies nicht, sortiert das Gehirn die wenig gebrauchten und verknüpften Lerninhalte wieder aus. Um das zu verhindern, genügen bereits ein paar Minuten an Wiederholung in regelmäßigen Abständen. Wichtig ist auch eine Reizüberflutung direkt nach dem Lernen zu verhindern, da das Gehirn dann das erworbene Wissen durch neu gewonnene Eindrücke überlagert. Durch geschickte Übungen und kleine Selbstversuche konnten die Zuschauer immer wieder am eigenen Leib erfahren, wie sich das Gehirn beim Lernen verhält und welche Tücken es dabei geben kann. Im zweiten Teil der Präsentation ging es darum, die verschiedenen Lerntypen kennenzulernen. Jeder vereint verschiedene Lerntypen in sich, wobei meist einer davon dominiert und hauptsächlich zum Tragen kommt. Unterschieden werden dabei der logisch-abstrakte, der sicherheitsliebende und emotionale sowie der kreativ-chaotische Lerntyp. Für alle Lerner gibt es spezielle Übungen und Lernweisen, die ihren Bedürfnissen entsprechen und zum größtmöglichen Erfolg führen. Die aufmerksamen Eltern erhielten dabei viele Tipps zum Umgang mit den unterschiedlichen Lerntypen und fast alle konnten bei der humorvollen und karikativen Darstellung der verschiedenen Lerntypen die eigenen Kinder wiedererkennen.

Der kurzweilige Abend endete mit der Anregung, den eigenen Kindern nicht nur Lernzeit, sondern auch qualitative Familienzeit zu schenken und jedem mit dem richtigen Handwerkszeug die Chance zu geben, ein guter Lerner zu sein.