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Ostern in Zeiten von Corona

Einblicke in die ambulanten Jugendhilfen

Hawaii im Wohnzimmer, Strand im Bade- und Skihütte im Kinderzimmer….

so könnten die Wohnungen von Familien in den Osterferien aussehen.

In Zeiten von Corona ändern sich Arbeitsbedingungen massiv und Flexibilität und Fantasie sind an vielen Stellen gefragt. So auch in den Ambulanten Hilfen der Jugendhilfe.

Der Verein für Jugendhilfe im Landkreis BB betreut in seinem Schwerpunktgebiet Sindelfingen und Nordwestlicher Landkreis derzeit ca. 90 Familien und Alleinerziehende. 20 Pädagogen unterstützen Familien und Alleinerziehende z. B. dabei, ihrem Erziehungsauftrag gerecht zu werden, begleiten Trennungen von Eltern, sind in familiären Krisen ansprechbar und, und, und. Die Aufgabenpalette ist vielschichtig und weit gestreut. Die Unterstützung findet immer im persönlichen Kontakt bei den Familien/Alleinerziehenden statt. Corona macht dies seit Mitte März nur noch sehr eingeschränkt möglich. Die Klienten mit Ihren Sorgen und Nöten alleine zu lassen, stellt allerdings keine Option dar.

Was tun, damit die Familien und Alleinerziehenden sich trotzdem „betreut“ und unterstützt fühlen? Zum einen muss man sagen, dass hier der Fantasie derzeit keine Grenzen gesetzt sind und zum anderen, dass die Sozialpädagogen flexibler arbeiten denn je. Der Kontakt findet meist mit dem Medium Telefon statt. Auch Teilzeitkräfte haben an den Tagen, an denen sie nicht arbeiten ihr Handy an, um erreichbar zu sein. Darüber werden z. B. Kindern Hausaufgaben erklärt, Multiplizieren und Lesen geübt, über Ängste und Sorgen gesprochen. Die Eltern erfahren Unterstützung bei Fragen rund um den Corona-Alltag, bei neuen Antragsstellungen mit Behörden, Dokumente werden durchgesprochen, Informationen werden ausgetauscht, gemeinsam werden Tagespläne erstellt. Über geeignete Zugänge sind die Pädagogen auch per Videochat mit „Ihren“ Klienten im Kontakt. Aktuell wird darüber für Ostern gebastelt. Ist dies technisch nicht möglich oder sind die Kinder noch zu klein, werden Bastelpakete zusammengestellt und bei den Familien vorbeigefahren. Hier wirken alle zusammen und die Ergebnisse sind erstaunlich.

Bei all diesen positiven Erfahrungen, darf nicht vergessen werden, wie belastend diese Zeit für beide Seiten ist. Die letzten drei Wochen haben gezeigt, dass das Virus durchaus auch als „Brandbeschleuniger“ wirken kann. So werden Trennungen schneller vollzogen und übrig bleiben Alleinerziehende, finanzielle Sorgen verstärken sich und der normale Alltag wird für alle Klienten herausfordernder. Hier sitzen alle in einem Boot, denn auch die Pädagogen haben in der Regel Familien und stehen vor der gleichen Herausforderung im Alltag.

Auffällig in dieser Zeit ist aber auch, wie kreativ Familien sind. So gibt es eigene Ideen, wie schon die Kleinsten mit in den „Arbeitsalltag“ eingebunden werden, wie mit einfachsten Mitteln kleine Bereiche der Wohnung verschönert werden können und wie man es schaffen kann, dass Medien zwar genutzt werden, aber nicht den Tag bestimmen.

Und wenn der Osterurlaub, wie bei manchen Familien, ausfällt: dann wird an einem Tag das Wohnzimmer hawaiianisch geschmückt, es wird an dem Tag hawaiianisch gekocht und getanzt; am nächsten Tag wird das Badezimmer zum Strandbad mit Pommes und Ketchup und den dritten Tag verbringt man im Kinderzimmer, dieses als Skihütte „verkleidet“, und vielleicht schafft man es sogar, ein Iglu zu bauen.

Der Verein für Jugendhilfe wünscht allen Freunden, Partnern, Patienten und Mitarbeitern in dieser besonderen Zeit frohe Ostertage – passen Sie gut auf sich auf!